Zugunglück überlebt mit Hilfe eines Engels?

Am 30. Oktober 1972 wäre mein Leben zu Ende gewesen. Aber es geschah das größte Wunder meines Lebens.
Jedes Jahr besucht Ulrich Wagner mit seiner Frau Christiane am 30. Oktober das unscheinbare Denkmal in Schweinsburg-Culten an den Eisenbahngleisen der Strecke Leipzig – Zwickau.
Hier gedenken seine Frau und er dem schlimmen Eisenbahnunglück, welches er genau an diesem Ort als einer der Wenigen überlebt hat.
Die Bilder von damals tauchen wieder vor seinem inneren Auge auf. Damals war mein Leben am Nullpunkt. Seine Mutter war gerade an Krebs gestorben, sein Vater schwer psychisch krank.
Ohne Geschwister fühlte er sich komplett allein und verzweifelt. Seine Tasche vom Tag des Unfalls hat er noch. Die Bibel war für den Theologiestudenten damals nur Wissenschaft.
Ich hatte kein persönliches Verhältnis oder keine persönliche Beziehung auf Du und Du zum lebendigen Gott. An dem Montagmorgen fährt er wie so oft mit dem Zug nach Leipzig.
Und dann gibt es einen mörderischen Höllenkrach, infernalisch, grauenhaft. Und als ich aufwache, befinde ich mich in einer anderen Welt. Eingeklemmt unter seinem Sitz erblickt er:
Schwerstverletzte Tote waren dort drin. Und da steht hinter mir ein Mann. Steht dort, als wäre nichts gewesen. Schon das ist faktisch undenkbar. Es war ja erst drei Minuten her.
Daraufhin geht dieser Mann ins Nachbarabteil, packt mit seinen Händen von hinten den Platz, die Lehne an, zieht, es knackt und ich bin frei. Und in dem Moment ist dieser Mann weg.
Unsichtbar.
Es war eines der schwersten Zugunglücke der DDR. Zwei Züge prallten frontal zusammen. Die Bergungsarbeiten dauerten Tage. Unter Einsatz des Militärs. Fachleute bestätigten:
Kein Mensch hätte in dem ersten extrem zerknautschten Waggon einen Eisensitz aufbiegen können. Für Ulrich Wagner war es ein Engel. Und es war natürlich ein gewaltiges Erlebnis.
Natürlich auch der Sprung aus dem Fenster oder beziehungsweise vom Dach herunter, dreieinhalb Meter. Ich bin unsportlich, unsportlicher geht’s bald gar nicht mehr. Aber ich kam unten an, ohne weitere Verletzungen.
Da reicht mir nicht: „Glück gehabt” oder „Schwein gehabt” oder so. Das reicht nicht.
Heute feiert er seinen 70. Geburtstag. Das Überleben des Zugunglücks hat seinen gesamten Lebensweg neu ausgerichtet. Aus Dankbarkeit wollte er von da an, für Menschen in ganz großen Nöten da sein.
Als Seelsorger kümmert er sich seitdem um alle, die sich ganz unten fühlen. Ich bin in diesem Monat Jesus begegnet. Und diese Begegnung hat angehalten, hat Frucht gebracht, hat bis heute durchgehalten.
Das alles ist geschehen, damit ich jetzt für dich, der du jetzt bei mir bist, da sein kann um dir durch mein Eingehen auf dich, Jesus zu vermitteln. Nicht im Sinne einer Predigt, sondern indem ich mit dir in die Tiefen deines Lebens hinabsteige.

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